Dienstag, 3. Juli 2007

Alfred Trichnitrius (Teil 2/5)

Susanna gruselte es. Sie wusste das sie weder die Post öffnen hätte dürfen noch dass sie Wolfgang herunterputzen konnte. Doch dass er sie geduzt hatte machte der Bürokraft doch zu schaffen.

Immerhin gehörte Wolfgang zu den Menschen die einen daran zweifeln lassen ob Euthanasie in Österreich nicht doch eingeführt werden sollte. Ja, und um das ganze demokratischer zu machen könnte nach einem Initiationsantrag des Heimatdorfs darüber abgestimmt werden ob dies durchgeführt werden sollte.

Susanna strich sich die Falten aus dem kurzen Rock ihres Kostüms. Sie wäre wohl die erste die diesen Initiationsantrag beantragen würde. Immerhin war es nicht nur für Wolfgang selbst eine Qual zu leben, nein, er vermieste auch ihr den Alltag.

Immerhin lächelte er ihr immer so schief zu. Auch die Art wie er hinter seinen Akten zu Susannas Schreibtisch schielte, gefiel ihr nicht.

Das war auch der Grund warum sie heimlich seine Post öffnete. Sie hoffte darauf endlich einen Brief von einem seiner pädophilen Brieffreunde zu finden. Sie wusste es zwar nicht, doch war sie sich bei diesem Typen ganz sicher. Man musste ihn sich doch nur ansehen. Tatsächlich ein abstoßender Zeitgenosse.

Ja, und dann erwischte sie der blöde Chef beim Öffnen fremder Briefe. Er hatte zwar einen süßen Hintern aber der Idiot blieb seiner Frau treu. Der letzte war nicht so prüde gewesen, lächelte Susanna. Das hatte sich nicht nur wegen dem Sex ausgezahlt, der ließ auch einiges an Schweigegeld springen.

Um nicht einen Entlassungsgrund zu liefern hatte sie jetzt doch tatsächlich Wolfgang angerufen. Von wegen er habe sie darum gebeten, dieser gutgläubige Depp von Chef hatte das tatsächlich geglaubt. Und dann die Geschichte mit dem Tod des Vaters, besser hätte man es sich kaum ausdenken können. So fragte der Chef nicht unbequem weiter.

Susanna lächelte, jaja, ihr Chefchen, der liebe Fred.