Freitag, 6. Juli 2007

Alfred Trichnitrius (Teil 4/5)

Marias Körper schüttelte sich unter den Weinkrämpfen. Die junge Frau wusste nicht was sie tun sollte. Es war nun schon zwei Tage her dass sie mit Manfred geschlafen hatte. Sie wusste dass es falsch war. Nein, dass war das Problem, sie glaubte dass es falsch war. Doch eine andere Stimme in ihr frohlockte. Es war seltsam. Für sie war es ein schönes Gefühl gewesen endlich wieder begehrt zu werden. Fred war, nun er war ja ganz lieb und nett aber er war nur Fred. Er war immer da und er schien sich nicht mehr zu verändern oder das nur zu wollen.

Es fiel ihr schwer es zuzugeben: Doch so liebenswert und toll er auch als Vater war, als Liebhaber riss er sie nicht von den Füßen.

Er war nun einmal er. Doch Manfred, dieser Mann war ein Teufel! Sie lächelte verrucht. Es mochte schon sein dass er ungestüm und deshalb auch arbeitslos war, doch er stählte seinen Körper Tag für Tag und vor allem bildete er sich weiter. Er schien nie stillstehen zu können, er gab das wenige Geld dass er hatte für Ausflüge ins Nachtleben und kurze Reisen in ferne Länder aus. Kurzum war Manfred der perfekte Abenteurer.

Doch diese sexuelle Energie die er ausstrahlte brachte Marias Schuldgefühle auch nicht zum zerfallen. Die Frau strich sich die braunen Haare aus dem Gesicht.

Nein, dass konnte er nicht. Es war Fred gegenüber einfach nicht fair gewesen. Auch wenn es eines der schönsten Abenteuer für sie war, schien es dennoch falsch zu sein. Eine unartige Stimme in ihr protestierte. Vielleicht war es das aber es war auch schön und vor allem umwerfend gut gewesen.

Aber, selbst wenn es das aus für die Ehe sein sollte, war es nicht fair diesem lieben Kerl so weh zu tun. Maria wusste dass er schon einiges in seinem Leben erdulden musste was andere zum Aufgeben gezwungen hätten. Mit dreizehn wurde Freds Vater erschossen. Doch das schlimmste daran war dass es vor seinen Augen geschah. Seine Mutter starb nur ein Jahr darauf. Der Vorfall hatte sie damals zur Alkoholikerin gemacht. Eines Abends torkelte sie über die Straße und hatte das Pech von einer Straßenbahn zermalmt zu werden.

Doch Fred war trotz allem ein liebender Vater und guter Ehemann geworden. Er kümmerte sich aufopferungsvoll um Maria. Der liebenswerte Dummkopf hatte seit sie zusammen waren versucht ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen und wie dankte sie es ihm? Sie schlief mit dem arbeitslosen Nachbarn.

Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und nahm wieder Haltung an. Ihre Mutter sollte bald kommen. Sie hatte die Kleine dabei. Maria biss die Zähne zusammen. Ihre Tochter würde unter der Scheidung wohl am meisten leiden.

Weglaufen konnte sie jetzt nicht mehr. Maria schüttelte den Kopf und zerknüllte das benutzte Taschentuch. Sie war zu weit gegangen um einen Rückzieher zu machen. So sehr es sie auch schmerzte. Aber mit der Hilfe von Manfred würde sie das schon schaffen, da war sie sich ganz sicher.